Das Lektionsgebäude der ehemaligen FDJ-Hochschule auf dem Bogensee-Areal ist vergangene Nacht abgebrannt. Es ist der Höhepunkt eines schier ewig währenden Trauerspiels um die Neunutzung des geschichtlich belasteten Areals nahe Berlin, auf dem auch die ehemalige Villa von Joseph Goebbels steht. Und gleichzeitig ein Beleg, was herauskommt, wenn jahrzehntelang nur gequatscht wird, statt Entscheidungen zu treffen: Die Bauten überhöhte man in ihrer Bedeutung so immer weiter, förderte immer mehr moralische Bedenken und schuf damit Entscheidungsängste. Es kann nicht sein, dass das Finden einer angemessenen Nutzung 30 Jahre dauert. Denn irgendwann passiert mit leerstehenden Gebäuden das, was gerade passiert ist. Und das auch noch zu einem Zeitpunkt, als sich durch die Übernahme des Areals durch die Kommune zumindest eine Zwischenlösung auftat. Sie kam trotzdem zu spät, wie man jetzt schmerzhaft lernen muss.

Aus aktuellem Anlass gibt es hier noch einmal – ohne Bezahlschranke – die Steady-Kolumne von Daniel Bartetzko vom 25. Mai 2025, als zum ersten Mal offen von Abriss aller Gebäude gesprochen wurde. Und hier gelangen Sie zur Roten Liste des Deutschen Verbands für Kunstgeschichte, in der Andreas Barz das Bogensee-Areal beschreibt. Nun sind diese Texte leider zu einem großen Teil als Nachruf zu verstehen. (db, 22.1.26)

Bogenseeareal. Lektionsgebäude 2008 (Bild: Olaf Tausch, CC BY-SA 3.0)

Anmelden

Registrieren

Passwort zurücksetzen

Bitte gib deinen Benutzernamen oder deine E-Mail-Adresse an. Du erhältst anschließend einen Link zur Erstellung eines neuen Passworts per E-Mail.