Gießen, Kino-Center (Bild: change.org)

Gießen: Initiative gegen Abriss des Kino-Centers

Die Eigentümerin des Kino-Centers in der Bahnhofstraße, die Adam Henrich Lichtspiel GmbH, sieht ihre Pläne als Aufwertung. Von „Schmuddelecke“ und „Schandfleck“ ist die Rede, immerhin steht der zweigeschossige, im Inneren zu vier Kinosälen verschachtelte Bau in einer (ehemals) etwas rotlichtigen Straßenzeile. Anstelle der Kultureinrichtung sollen bis 2022 Neubauten entstehen, mit Gewerbe- und Wohneinheiten. Schon im Februar wurde dafür die Änderung des Bebauungsplans in die Bahnen geleitet. Als Grund für die Kinoschließung werden vom Betreiber, dem Unternehmen Kinopolis, die Corona-Beschränkungen und die damit verbundenen finanziellen Verluste angeführt. Schon seit der Eröffnung des Großkinos am Berliner Platz sei der Standort in der Bahnhofstraße in Bedrängnis gekommen waren – beide Spielstätten werden von Kinopolis unterhalten. In dieser Gemengelage sollte sich das Haus in der Bahnhofstraße als Programmkino profilieren.

Doch nun regt sich Widerstand gegen den avisierten Abriss – Mitte April versammelte man sich online, um Unterstützer:innen zu sammeln und Strategien zu besprechen. Ein Online-Aufruf, das Kino zu besetzen, wurde weder bestätigt noch umgesetzt. Gesucht sind Ideen und Alternativen, gerne so utopisch wie möglich. Die Spannweite reiche von gastronomischen Zwecken über andere Kulturveranstaltungen bis hin zu einem Förderverein, der öffentliche Gelder einwerben könne. Denn man will den Streamingdiensten nicht kampflos das Feld überlassen, stattdessen (neu) an eine lange örtliche Kinokulturtradition anknüpfen. Mit einer Online-Petition (#kinocenterbleibt), gerichtet an die Adam Henrich Lichtspiel GmbH, werden Unterschriften für den Erhalt gesammelt, inzwischen sind über 1.700 zusammengekommen. Eine ganz analoge Demonstration soll folgen, sobald Corona dies wieder zulässt. (kb, 27.4.21)

Gießen, Kino-Center (Bild: change.org)