Giselbert Hoke ist tot

Giselbert Hoke, Wandmalerei, Klagenfurt Hauptbahnhof Ostseite (Bild: Mefusbren69, CC BY SA 3.0)
Hokes Hauptwerk – die monumentale im Klagenfurter Hauptbahnhof – löste 1956 einen handfesten Kunstskandal aus (Bild: Mefusbren69, CC BY SA 3.0)

Erst 21 Jahre alt, konnte der Maler und Grafiker Giselbert Hoke 1949 den Wettbewerb zur Ausmalung des Klagenfurter Hauptbahnhofs für sich entscheiden. 1927 in Warnsdorf in Nordböhmen geboren, hatte der junge Hoke im Krieg einen Arm verloren. Nach Kriegsende studierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien, arbeitete durch ein Stipendium einige Monate in Paris. Einen Schwerpunkt seines Werks bildeten architekturgebundene Arbeiten: Fresken, Glasgestaltungen und Emailarbeiten. Darüber hinaus lehrte Hoke in Salzburg und leitete einige Jahrgänge der Internationalen Sommerakademie Salzburg.

In den frühen 1950er Jahren hatte Hoke im Klagenfurter Hauptbahnhof auf 300 Quadratmetern zwei monumentale Friese im Stil Picassos ausgeführt: im Osten die „Wand der Kläger“, im Westen die „Wand der Ankläger“. Als sein Werk 1956 enthüllt wurde, protestierte die Bevölkerung und löste für Österreich den ersten Kunstskandal der Zweiten Republik aus. Inzwischen denkmalgeschützt, wurde Hokes Wandmalerei in den letzten Jahren – im Zuge der Sanierung des Bahnhofsgebäudes – behutsam gereinigt und restauriert. Am 18. April 2015 verstarb Giselbert Hoke im Alter von 87 Jahren. (kb, 21.4.15)