Schon in den Anfängen des Neuen Bauens verstand sich die Moderne als internationaler Stil – viele Avantgarde-Architekt:innen überstanden die 1930er und 1940er Jahre mit Projekten jenseits von Westeuropa. Aber erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geriet das Projekt Moderne zum globalen Phänomen. Mit dem Ende kolonialer Bindungen wurden junge Nationen in Asien, Afrika und dem Nahen Osten zu potenten Auftraggeber:innen für Architektur- und Städtebauvorhaben im großen Maßstab.

Auch aus der – scheinbaren – neutralen Position des Landes heraus kamen österreichische Architekt:innen damals häufig bei internationalen Projekten zum Zug. Politische, ökonomische und kulturelle Aspekte waren jedoch untrennbar miteinander verwoben. Im Architekturzentrum Wien blickt daher die Ausstellung „Global – Neutral“ auf das Wirken in den Jahren 1955 bis 1989 in Afrika und Asien. Anhand von Plänen, Fotografien und Modellen aus der eigenen Sammlung werden internationale Wechselbezüge greifbar. Dabei kommen Werke von 25 österreichischen Architekt:innen von Hans Hollein bis Roland Rainer zum Zug. Die Ausstellung „Global – Neutral. Architektur aus Österreich in Afrika und Asien 1955–1989“ ist im Architekturzentrum Wien noch bis zum 5. Oktober 2026 zu sehen. Eine gleichnamige Begleitpublikation ist in Herausgeberschaft des Architekturzentrums Wien erschienen. (kb, 8.6.26)

Walter Hildebrand, Eckhard Schulze-Fielitz, Gunter Wratzfeld: „Habitainer“ Unterkünfte für Ingenieure der Firma Hochtief, Skikda, Algerien, 1970 (Bild: © Architekturzentrum Wien, Sammlung, Foto: Gunter Wratzfeld)

Walter Hildebrand, Eckhard Schulze-Fielitz, Gunter Wratzfeld: „Habitainer“ Unterkünfte für Ingenieure der Firma Hochtief, Skikda, Algerien, 1970 (Bild: © Architekturzentrum Wien, Sammlung, Foto: Gunter Wratzfeld)

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