Grafik zu Zeiten des Neuen Bauens

Auch die Grafik war ein Bestandteil des Neuen Frankfurt (Bild: ernst-may-gesellschaft)
Auch die Grafik war ein Bestandteil des Neuen Frankfurt (Bild: ernst-may-gesellschaft)

Das Wohnbauprogramm „Das Neue Frankfurt“ setzte in den 1920er Jahren nicht nur für die Architektur Maßstäbe. Stadtbaurat Ernst May plante nicht weniger, als in seiner Vaterstadt eine „ästhetisch einheitliche Großstadtkultur“ zu schaffen. Die avantgardistische Architektur, die Frankfurt Weltruhm einbrachte, sollte durch Korrespondenten auf dem Gebiet des Designs, der Grafik und der Typografie ergänzt werden. Eine Sonderausstellung im ernst-may-haus zeigt vor diesem Hintergrund bis zum 28. Juni 2015 unter dem Titel „KLAR UND BUNT! die grafik des neuen frankfurt“ Arbeiten von Walter Dexel, Robert Michel, Willi Baumeister und anderen Grafikern, die in den 1920er Jahren in Frankfurt tätig waren.

Bei den Frankfurtern stieß die moderne Ästhetik nicht nur auf Gegenliebe. So sorgte etwa das neue Stadtwappen für Entrüstung. Der Designer Hans Leistikow hatte den Frankfurter Adler im Stile der neuen Sachlichkeit interpretiert. Manch konservativer Bürger fand, dass der Grafiker das stolze Wappentier damit geradezu gerupft habe – ein Sakrileg! Und trotzdem: Schnell wurde die klare Ästhetik auch als Vorbild verstanden. Flugblätter, Werbetafeln oder Annoncen zeugen von der eifrigen Adaption und Weiterentwicklung der neuen Designsprache in der jungen Mainmetropole. (jr, 2.5.15)