Großbauten in ihrer Gesellschaft

Mit den Nachkriegsjahrzehnten wurde die Architektur in Deutschland immer mutiger, (wieder) groß zu denken und zu bauen. Städtebauliche Riesen der 1970er Jahre wie das Berliner ICC gipfeln heute in – gelingenden oder stagnierenden – Blütenträumen wie der Berliner Großflughafen, die Elbphilharmonie oder Stuttgart 21. Wie lässt sich diese Tendenz erklären? Welche ideelle Bedeutung besitzt „Größe“ in der Architektur heute, und welchem historischen Wandel unterliegen die entsprechenden Zuschreibungen seit der Antike? Ist eventuell auch das Scheitern am Großbau altbekannt?

Die Vortragsreihe „Großbauten in ihren Gesellschaften. Zwischen praktischer Nutzung und symbolischer Bedeutung“ (jeden Dienstag im Wintersemester zwischen 18:15 und 20 Uhr an der FU Berlin, ‚Holzlaube‘, Fabeckstraße 23-25, Raum 1.2009, 14195 Berlin-Dahlem) verortet das Phänomen architektonischer Monumentalität in einem weiten historischen Kontext vom alten Ägypten bis zur Architekturmoderne des 20. Jahrhunderts. Die Blickwinkel von Archäologen und Architekturforschern werden ergänzt durch diejenigen zeitgenössischer Architekten, Schriftsteller und Architekturkritiker. Mit Blick auf die Nachkriegsmoderne sind zwei Termine hervorzuheben: Am 17. November 2015 spricht Prof. Dr. Hans-Georg Lippert/Dresden zum Thema „Zauberwürfel. Monumentalität in der Architekturmoderne“. Am 9. Februar 2016 referiert Carsten Ruhl/Frankfurt am Main über „Figur, Symbol, Bild. Monumentalität und Architektur im 20. Jahrhundert“. (kb, 20.10.15)

Das Berliner ICC schließt seine Pforten (Bild: Avantique)