Günter Behnisch macht Schule

Göppingen, Hohenstaufenschule (Copyright: Behnisch-Partner)
Frisch gebackenes Denkmal: die Göppingener Hohenstaufenschule (Copyright: Behnisch-Partner)

Was für das Münchener Olympiastadion gut ist, kann für Göppingen nur recht sein: Auch im deutschen Südwesten wurde jetzt ein Werk des Architekten Günter Behnisch (* 1922 in Lockwitz, + 2010 in Stuttgart) unter Denkmalschutz gestellt. Das 1959 eingeweihte Hohenstaufen-Gymnasium sei, so zitiert die Stuttgarter Zeitung die Denkmalausweisung, ein „qualitätvolles und baulich sehr gut überliefertes Beispiel der Schularchitektur der 1950er Jahre“.

1952 hatte Behnisch in Stuttgart sein Architekturbüro gegründet, dem bis 1956 auch Bruno Lambart angehörte. Nach 1966 wurde das Büro als „Behnisch und Partner“ weiterbetrieben und gestaltete u. a. das Olympiagelände in München (1972). Die Göppinger Schule entwarf Behnisch noch mit Lambart, der in den folgenden Jahren weitere renommierte Projekte im Bildungsbereich umsetzen sollte – so etwa die Alte Mensa der Uni Bochum (1965). In klaren modernen Formen gehalten, steht der Göppinger Bau schon an der Schwelle zwischen handwerklicher Einzelfertigung und industrieller Vorfabrikation. Das Denkmalamt würdigt das Gymnasium nicht nur die für seine technischen Besonderheiten und seine gekonnt reduzierte Gestaltung, sondern auch für die darin verkörperte „demokratische Baugesinnung“. Das frischgebackene Denkmal soll in den kommenden Monaten behutsam im Bestand saniert werden. (kb, 8.4.15)