Am 14. April 2026 steht die Planstadt Halle-Neustadt im Mittelpunkt der Reihe „Aufarbeitung von SED-Unrecht kompakt“, die der Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur regelmäßig jeden zweiten Dienstag von 17 bis 18 Uhr online durchführt. Die kulturelle Aufarbeitung von Halle-Neustadt übernimmt an diesem Tag der Germanist Stepan Ehrig. Unter dem Titel „Der Aufbau von Halle-Neustadt in Literatur und Film der DDR“ analysiert er, wie die sozialistische Stadtvision für Halle in kulturellen Werken verarbeitet wurde. In den 1960er Jahren als Wohnort für Arbeiter:innen des mitteldeutschen Chemiedreiecks entstanden, wollte das SED-Politbüro insbesondere den Beschäftigten der Buna-Werke in Schkopau und der Leunawerke modernen Wohnraum zur Verfügung stellen.
Stepan Ehrig lehrt an der University of Glasgow und veröffentlichte 2025 das Buch „Neubau Atmospheres“, in dem er sich bereits mit der kulturellen Rezeption modernistischer Architektur in der DDR befasste. Der Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur bietet diese Reihe bereits seit mehreren Jahren an. In den 60-Minuten-Beiträgen, die immer online unter diesem Link stattfinden, werden aktuelle Forschungsprojekte zu Themen der Aufarbeitung des SED-Unrechts, aber auch zu Kunst und Alltagskultur der DDR präsentiert und diskutiert. Die Veranstaltung ist öffentlich. (pk, 11.4.26)

Halle-Neustadt (erster Wohnkomplex), Erste Polytechnische Oberschule, Ort der Grundsteinlegung 1964 (Bild: unter Mitarbeit von Kühn, Köthen, VEB Ansichtskartenverlag Köthen (P 1/73 IV-14-45 06 0833 078))
