Hamburg, C&A-Gebäude in der Mönckebergstraße (Bild: ric-stiens.de)

Hamburg: C&A-Gebäude soll weg

In Hamburg kommen wir mit den Abrissmeldungen leider kaum hinterher: Auch das C&A-Gebäude in der Mönckebergstraße soll fallen, meldet der NDR. Demnach ist die Entscheidung des Textilunternehmens bereits getroffen, an die Stelle des bestehenden Hauses einen Neubau zu setzen. Hier soll C&A wieder einziehen, in den oberen Stockwerken – so der NDR – ggf. ergänzt um „Gastronomie, Büros und vielleicht ein kleines, exklusives Boutique-Hotel“. Damit würden die Möglichkeiten des prominenten Standorts gewinnbringend aufgefächert. Doch auch eine kulturelle Nutzung sei am Abend denkbar, um die Innenstadt attraktiver zu machen.

Das Textil-Kaufhaus liegt in der beliebten Hamburger Einkaufsmeile direkt am U-Bahnhof „Mönckebergstraße“. 1964/65 wurde der Bau gestaltet vom Architekten Ric Stiens (für das Büro E. A. Gärtner (+ R. Stiens), heute Nattler Architekten), der insgesamt 140 C&A-Projekte betreuen sollte. Er ersetzte damit das Kontorhaus Rolandhaus (1911, Carl Gustav Bensel/Franz Bach). Hier war der Textilkonzern bereits seit 1913 vertreten und erwarb 1935 das Haus, das dann 1944 im Krieg zerstört wurde. Als Argumente für den Abriss des heutigen, nachkriegsmodernen C&A-Gebäudes werden angeführt: hoher Sanierungsbedarf, Asbestbelastung und Brandschutzmängel. Ein genauer Abrisstermin wird bislang nicht benannt. Glaubt man NDR und Mopo, werden „Nachbarn und City-Interessenverbände in die Planungen einbezogen“. (kb, 8.1.19)

Hamburg, Mönckebergstraße, C&A-Gebäude (Bilder: oben: ric-stiens.de, wohl um 1965; unten: Marco Alexander Hosemann, via instagram, 2018/19)