Das 1972 von den Architekten Graaf+Schweeger entworfene Gebäude der Hochschule Bergedorf ist ein bis heute nahezu lupenrein erhaltenes Projekt des Brutalismus: ein schalungs(g)raues, offenes und großzügiges Gesamtkunstwerk mit skulpturalen Treppenhäusern, bewusst gesetzten Farbakzenten und beeindruckenden Kassettendecken. Es ist bis heute in Nutzung, aber dennoch im Bestand bedroht. Denn bis 2030 will die Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) den Bau verlassen und in den neuen Stadtteil Oberbillwerder umziehen.
Dem Vernehmen nach verlässt die HAW den Standort nicht, weil das Gebäude ihren Anforderungen nicht mehr genügt, sondern weil eine Machbarkeitsstudie ergeben habe, dass eine energetische Sanierung nicht möglich sei. Zudem solle die Hochschule dazu beitragen, den zukünftigen Stadtteil Oberbillwerder attraktiver zu machen. Was aus dem Altbau in Bergedorf wird, ist derzeit ungewiss. Im Rahmen des 11. Hamburger Architektursommers sind bis 25.8. nun Bilder des brutalistischen Campus zu sehen: Und zwar im Schaufenster bei Fehlig Moshfeghi Architekten, Neuer Steinweg 2, 20459 Hamburg: „Fachhochschule Bergedorf – Fotografien eines gefährdeten Baudenkmals“ mit Bildern von Martin Kunze. (db, 9.7.26)
Hamburg-Bergedorf, HAW (Bild: Martin Kunze)

