Leistikow-Adler (Bild: ernst-may-gesellschaft)

Hans und Grete

Hans und Grete

Leistikow-Adler (Bild: ernst-may-gesellschaft)
Das neue Frankfurter Stadtwappen von Hans Leistikows sorgte in den 1920er Jahren für Kontroversen (Bild: ernst-may-gesellschaft)

Das Neue Frankfurt war mehr als ein ehrgeiziges Städtebauprojekt, das in den 1920er Jahren unter dem Architekten Ernst May entstand. Es umfasste auch die Erneuerung sämtlicher ästhetischer Belange, vom Freischwimmerausweis bis zum Stadtwappen. Zwei der aktivsten Avantgarde-Gestalter waren der Grafiker Hans Leistikow und seine Schwester, der Fotografin Grete. Das ernst-may-haus widmet dem Geschwisterpaar bis zum 28. Februar 2017 die Sonderausstellung „Hans und Grete. Die Geschwister Leistikow als Gestalter des Neuen Frankfurt“.

Hans Leistikow wurde in den 1920er Jahren von May nach Frankfurt berufen, um das grafische Büro der Stadt zu leiten. Ein Höhepunkt seiner Karriere war die Ausstellung „Musik im Leben der Völker“, an der er mit seiner Schwester Grete maßgeblich beteiligt war. Die Schau zog 820.000 Besucher als eine Art „Weltausstellung der Musik“ an. In den 1930ern folgten die Geschwister Leistikow Ernst May für einige Jahre in die Sowjetunion. In der Nachkriegszeit wurde Hans Leistikow nochmals in Frankfurt aktiv, u. a. mit den Fenstern des Kaiserdoms und der Westensynagoge. Grete Leistikow hingegen konnte nicht mehr an ihre Vorkriegskarriere anknüpfen. Die Ausstellung versammelt diverse Arbeiten der Geschwister, darunter bislang nie gezeigte Entwürfe. (jr, 15.9.16)