Seit 18 Jahren dem Verfall preisgegeben: Die ehemalige Hansa-Automobilfabrik in Varel (Bild: Norbert Ahlers

Hansa-Werke Varel: Wie geht’s weiter?

Seit 18 Jahren dem Verfall preisgegeben: Die ehemalige Hansa-Automobilfabrik in Varel (Bild: Norbert Ahlers
Seit 18 Jahren dem Verfall preisgegeben: die ehemalige Hansa-Automobilfabrik in Varel (Bild: Norbert Ahlers)

In den Pioniertagen des Motorisierung stand im friesischen Varel eine Automobilfabrik: Der Ingenieur August Sporkhorst gründete zusammen mit dem Verleger Robert Allmers und dem ehem. Bankier Koppen 1905 die Hansa-Werke. 1914 fusionierte die Firma mit der Norddeutschen Automobil- und Motoren-Aktiengesellschaft zur Hansa-Lloyd, später übernahm der Bremer Borgward-Konzern die Aktienmehrheit. Insgesamt wurden in Varel etwa 10.000 Autos gebaut, das letzte 1930.

Das Werk mit dem 1907 errichteten Hauptgebäude steht heute noch, allerdings verfällt das Industriedenkmal seit 1996 zusehends. Zuletzt nutzte die Bundeswehr das Stahl-Beton-Gebäude als Depot, dann wurde es an einen Privatmann veräußert, der seither weder Schritte zur Neunutzung noch zum Erhalt unternahm. Der Unternehmer Herbert Freese versucht nun, das Gebäude als Automobil-Museum wiederzubeleben. Problem: Wer immer das Gebäude nutzen möchte, muss es kaufen. Freese schaffte es, Kontakt zum Besitzer herzustellen und das Gebäude zu besichtigen. Nach einer Statikprüfung steht nun fest, dass die Substanz noch immer gut ist. Auch die Stadt berät jetzt über die Museums-Pläne, Geld für den Rückkauf des Gebäudes hat sie indes nicht – doch der lange Stillstand auf dem Gelände scheint aufgrund einer privaten Initiative zu enden. (db, 17.12.14)