Bat Yam, Rathaus (Bild: historische Postkarte)

Happy Birthday, Zvi Hecker

Der polnisch-israelische Architekt Zvi Hecker wurde 1931 in Krakau geboren. Den Jüd:innenverfolgungen der späten 1930er Jahre konnte sich seine Familie durch Flucht entziehen. Das Studium der Architektur und später auch der Malerei absolvierte Hecker wieder in Krakau, dann in Haifa und Tel Aviv. Ab 1958 arbeitete er in einem Büro mit Alfred Neumann, dann auch Eldar und Arieh Sharon – ein Team, dass die international beachtete Moderne der 1960er Jahre in Israel entscheidend prägen sollte. Zvi Hecker machte sich schließlich 1968 mit einem eigenen Büro selbständig. Neben architektonischen Projekten weltweit ist er weiterhin ebenso als Maler, Installationskünstler und Möbeldesigner aktiv. Auch in seinem Spätwerk, das ihn für mehrere Schul- und Synagogenbauten bis nach Deutschland führen sollte, blieb er seinen fast bildhauerisch zu nennenden Ansatz treu: Er zerlegt die Bauaufgabe in stereometrische Körper, um sie dann neu zusammenzusetzen oder fächert das Raumprogramm zu monumentalen spiralförmigen Kompositionen auf.

In seiner langen Berufskarriere hat Zvi Hecker viel gebaut, aber vor allem sein Anteil am Rathaus im israelischen Bat Yam (1963, mit Alfred Neumann und Eldar Sharon) dürfte ihn in Brutalist:innenkreisen unsterblich machen. Nicht minder spektakulär fielen Werke aus wie die kristallin geformte Synagoge (1970) in der Negev-Wüste. Es folgten zahlreiche Wohnprojekte, aber ebenso religiös-kulturelle Bauaufgaben, von die Yoseph-Synagagoge in Ramot (Jerusalem) über das Kunstmuseum im kalifornischen Palm Springs bis zum Zentrum der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen (in Duisburg). Er wurde 1995 (für die Berliner Heinz-Galinski-Schule) mit dem Deutschen Kritikerpreis für Architektur ausgezeichnet. Am 31. Mai konnte Zvi Hecker seinen 90. Geburtstag feiern. (kb, 3.6.21)

Bat Yam, Rathaus (Bild: historische Postkarte)