Es sind große Worte, die das bayerische Landesdenkmalamt für diesen Bau findet: „Gebaute Philosophie“, so Generalkonservator Mathias Pfeil, sei das Wohnhaus von  Ute und Jürgen Habermas. Errichtet wurde der liegende weiße Quader zwischen 1971 und 1972. Mit dem Entwurf waren Heinz Hilmer, Katharina Sattler und Christoph Sattler befasst; in der späteren Werkdokumentation wird das Haus vor allem Heinz Hilmer und Christoph Sattler zugeschrieben – es war ihr erstes umgesetztes Gebäude. Nach Auskunft von Sattler war man mit den Eheleuten Habermas im Gespräch über das Konzept ihres künftigen Hauses. Dabei waren die Vorgaben durchaus pragmatischer Natur: die Hanglage des Grundstücks, ausreichend Platz für Kinder und Bücher. So bildete eine 20 Meter lange Bücherwand quasi das Rückgrat des Hauses.

Zur Straße präsentiert sich Haus Habermas als langgestreckter weißer Quader, der in seiner Form an die Klassische Moderne erinnert. Als Vorbild diente, so die Auskunft der Architekten, das Wiener Haus, das der Philosoph Ludwig Wittgenstein 1928 für seine Schwester errichten ließ und dessen Gestaltung er im Dialog mit dem Architekten und Loos-Schüler Paul Engelmann entwickelt hatte. Details wie das mit Glasbausteinen halbrund abgemauerte Treppenhaus oder die Fensterproportionen verweisen darauf, dass die Moderne gerade um ihre Neuauflage rang. Nun steht Haus Habermas unter Denkmalschutz – und gleich wird breit über die kommende Nutzung spekuliert. Dabei sei, wie die bayerische Landesdenkmalpflege gegenüber der Presse betont, von Wohnhaus bis Bewegungsstätte grundsätzlich alles möglich. (kb, 14.8.26)

Starnberg, Haus Habermas (Bild: Brutarchitekt, CC BY SA 4.0, 2019)

Starnberg, Haus Habermas (Bild: Brutarchitekt, CC BY SA 4.0, 2019)

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