Das Berliner Kunstgewerbemuseum, das in fast 20jähriger Bauzeit nach den Plänen von Rolf Gutbrod am Berliner Kulturforum, gegenüber der Philharmonie von Hans Scharoun errichtet worden war, wird nun 40 Jahre alt. Das Museum nutzt das Jubiläum des Bauwerks, wie es auf der Homepage heißt, nicht für „einen feierlichen Rückblick. Das KGM wählt einen anderen Weg und lädt zur aktiven Beschäftigung mit den vielschichtigen Ebenen nicht nur seiner Geschichte, sondern vor allem seiner Zukunft ein.“ Das ist eine deutliche Ansage, zählt der Bau doch zu den umstrittensten, wenn nicht gar den am stärksten abgelehnten, ja den beinahe offiziell als missglückt geltenden Bauten in Berlin. Erschwerend kommt hinzu, dass zwischen dem KGM und der ebenfalls von Gutbrod entworfenen Kunstbibliothek die sogenannte Piazzetta (heute Johanna-und-Eduard-Arnhold-Platz) liegt, die in den 1980er Jahren in baulichem Zusammenhang von Gutbrod entworfen wurde und deren Rückbau zahlreiche Akteur:innen in der Berliner Stadtentwicklung seit Jahrzehnten fordern.
Wie das Kunstgewerbemuseum selbst zu seinem Haus und seinem großzügigen Vorplatz steht, das wird vielleicht die Sonderausstellung „Heimsuchung: 40 Jahre KGM am Kulturforum“ verraten, die anlässlich des Jubiläums gezeigt wird. Mit der Ausstellung möchte sich das KGM den sozialen und museologischen Realitäten widmen, die Erfolge und das Scheitern einer gebauten Vision beleuchten und zugleich Einblicke in die Museumsarbeit zwischen Restaurierungswerkstätten und Büros geben. Sie verstehen die Zukunft als einen offenen Prozess, der angesichts der anstehenden Renovierung, Sanierung und inhaltlichen Neuausrichtung großen Gestaltungsspielraum bietet, an dem die Öffentlichkeit mitwirken soll. Die Ausstellung Heimsuchung ist bis zum 14. Juni 2026 im Kunstgewerbemuseum am Berliner Kulturforum zu sehen. (pk, 22.12.25)

Berlin, Kulturforum, Kunstgewerbemuseum, Architekt: Rolf Gutbrod, eröffnet 1985 (Bild: Marsupium, CC0 1.0, 2016)
