Greifswald, Wandgestaltung am Dubnaring 1 (Bild: Jojoo64, CC BY SA 4.0)

Helmut Maletzke ist tot

Für so manchen Greifswalder hat er die Platte mit einer schönen Erinnerung verknüpfen können: Der Maler Helmut Maletzke gestaltete zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum der Hansestadt. Geboren am 8. Oktober 1920 in Stettin, etablierte sich Maletzke nach dem Krieg in Greifswald als freier Grafiker, wo er auch einige Semester Kunst und Kunstgeschichte studieren sollte. Zunächst war er künstlerisch breit tätig, so gestaltete er neben Wandbildern z. B. auch Schiffsneubauten der Mathias-Thesen-Werft in Wismar. Nach eigenen Angaben wurde ihm vom „Verband Bildender Künstler“, dem er 1950 beigetreten war, 1972/73 das baugebundene Arbeiten untersagt. In der Folge konzentrierte er sich auf die Öl- und Aquarellmalerei, gerne mit landschaftlichen Motiven.

Zu seinen bekanntesten Werken im öffentlichen Raum zählen das Wandbild „Das mittelalterliche Greifswald“ (1953) im dortigen Rathaussaal oder das Wandmosaik am Dubnaring 1 (1971). In seinen letzten Lebensjahren begründete Maletzke den Künstlerbund „Ars Pomerania“ und in Greifswald das „Neue Pommernhus“. 2010 wurde u. a. durch einen Bericht des NDR bekannt, dass er unter dem Decknamen „Erwin Schreiber“ von 1961 bis 1989 als Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit über seine Künstlerkollegen und Auslandreisen berichtete. Helmut Maletzke verstarb am 15. Oktober 2017 im Alter von 97 Jahren in seiner Wahlheimatstadt Greifswald. (kb, 17.10.17)

Greifswald, Wandmosaik „Blumenmädchen und Gärtnerjunge“ (H. Maletzke, 1971) am Dubnaring 1 (Bild: Jojoo64, CC BY SA 4.0, Detail)