Jahrelang wurde gestritten, was mit dem riesigen Karl-Marx-Relief geschehen soll, als dieses mit dem Abriss des Hauptgebäudes (eröffnet 1973, abgerissen 2006) der Leipziger Universität seine Wand verlor. Die 14,4 x 6 x 3 Meter große und 33 Tonnen schwere Bronze hatte der Leipziger Bildhauer Frank Ruddigkeit (1939–2025) zusammen mit Klaus Schwabe (1939–2017) und Rolf Kuhrt (*1936) entworfen. „Aufbruch“ hieß es und gehört zu den prägensten sozialistischen Kunstwerken in Leipzig. Nicht nur daher war es höchst umstritten, hinzu kam, dass das Gebäude, an dem es angebracht war, einst die Leipziger Universitätskirche St. Pauli ersetzte, die auf Befehl der SED abgerissen worden war.

Nun ist eine neue Kirche an Ort und Stelle und betreffend des Reliefs entschied man sich dann doch, es zu bewahren und hat es 2008 auf dem Campus der Sportfakultät wieder aufgestellt. Eine etwas weniger prominente Stelle, aber dennoch der zeitgeschichtlichen Relevanz Rechnung tragend. Nun bekommt das Relief zum ersten Mal überhaupt eine grundlegende Reinigung, wie die monopol berichtet. Sechs Wochen wird die Firma Haber & Brandner bürsten, die sich mit historischen Metallen auskennt – die Quadriga stand auch schon auf dem Putzplan der Firma, ist aber wesentlich kleiner: Das Relief „Aufbruch“ hat aufgrund seiner hohen Plastizität eine Oberfläche von 200 Quadratmetern und es muss geklettert werden. Tuchfühlung garantiert. (pk,16.9.26)

Leipzig, Universität, Campus Jahnallee, Mensa, Bronzerelief „Aufbruch“ am neuem Standort (Bild: Geisler Martin, CC BY-SA 3.0, 2014)

Leipzig, Universität, Campus Jahnallee, Mensa, Bronzerelief „Aufbruch“ von Klaus Schwabe, Frank Ruddigkeit und Rolf Kuhrt, 1973 (Bild: Geisler Martin, CC BY-SA 3.0, 2014)

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