Berlin erlebt aktuell mal wieder eine Abrisswelle. Ein Schwerpunkt ist aktuell Charlottenburg-Wilmersdorf. Hier werden vor allem bezahlbare Wohnungen aus der Zeit zwischen 1950 und 1980 abgerissen und durch hochpreisige Wohnanlagen ersetzt. Aus diesem Grund haben sich die Initiative Offene Mitte, die Hermann-Henselmann-Stiftung und das KulturerbeNetz zusammengetan, um eine Reihe von „Abrissspaziergängen“ zu organisieren. Diese führen zu den Schauplätzen des Geschehens: Besichtigt werden Abrisse, die bereits vollzogen worden sind, sowie Gebäude, deren Abriss geplant ist. Zugleich wird über die Hintergründe informiert, so dass an konkreten Beispielen deutlich wird, wie Abrisse und Gentrifizierungsprozesse zusammenhängen.
Der erste Spaziergng führt am 9. Mai ab 14.00 Uhr ins „bürgerliche“ Wilmersdorf und ins angrenzende Charlottenburg. Er startet am Savignyplatz (auf der Südseite am mittig gelegenen Stromhäuschen, schräg gegenüber vom Bücherbogen) geht hoch Richtung Ernst-Reuter-Platz und zurück über die Leibnitz- und die Schlüterstraße, dann die Kantstraße und den Ku’damm querend bis zur Lietzenburger Straße. Sie ist ein Zentrum der Abrissaktivitäten in einem Gebiet von Berlin, das sich von kleinbürgerlichen Wohngebiet allmählich in ein Refugium der Reichen wandelt. (db, 2.5.26)
Berlin, Abriss Hotel Imperial Lietzenburger Straße 2021 (Bild: Fridolin Freudenfett, CC BY-SA 4.0)

