Braunau, Hitlers Geburtshaus (BIld: Anton-kurt, CC BY SA 3.0.at)

Hitlers Geburtshaus „schleifen“?

Hitlers Geburtshaus „schleifen“?

Braunau, Hitlers Geburtshaus (BIld: Anton-kurt, CC BY SA 3.0.at)
Ein Ort moderner Zeitgeschichte, der Probleme aufgibt: Hitlers Geburtshaus im österreichischen Braunau (Bild: Anton-kurt, CC BY SA 3.0.at)

Googeln Sie mal „Hitler. Geburtshaus“. Flaues Gefühl? Angst vor braunem Spam? Manchen Orten haftet scheinbar selbst in ihrer virtuellen Suchform das Grauen ihrer ehemaligen Bewohner an. So wohl auch dem Haus Salzburger Vorstadt Nummer 15 im österreichischen Braunau. Hier kam am 20. April 1889 Adolf Hitler zur Welt, zu dessen Lebensweg hier wohl kein weiteres Wort verloren werden muss.

Und genau diese Nachwirkung macht das Braunauer Haus zu einem Ort moderner Geschichte. In den letzten Jahren soll sich der Bau, den die Nazis 1938 unter Denkmalschutz stellten, nun zum „Pilgerziel“ für neonazistische Gruppen entwickelt haben. Auf der anderen Seite steht das Haus, das zeitweise als Schule, zweitweise als Behindertentagesstätte gedient hat, seit fünf Jahren leer. Nach Recherchen von ARD und ORF soll der Bau nun enteignet werden, da alle Verhandlungen über eine sinnvolle Neunutzung mit der Eigentümerin fehlgeschlagen seien. Im September muss das Parlament der Enteignung inkl. Entschädigung für die Noch-Besitzerin zustimmen. Wie es dann weitergehen soll, wird noch diskutiert. ARD bzw. ORF zitiert den österreichischen Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) mit den Worten: „Meine Vorstellung ist, das Haus zu schleifen. “ (kb, 14.7.16)