Chemnitz, Viadukt (Bild: GravitatOff, CC BY-SA 2.0)

ICOMOS: Offener Brief für Chemnitz

Das Bahnviadukt Chemnitz ist „ein herausragendes Zeugnis der Technik und Industriegeschichte“ – zu diesem Schluss kommen ICOMOS, BHU und TICCIH am 22. Februar 2016 in ihrem Offenen Brief. Sie sind in Sorge um das zwischen 1901 und 1904 errichtete Brückenbauwerk, von denen es in Sachsen nur noch wenige gibt. Anfang des Jahres hatten die Bahn AG und das Eisenbahnamt beim Freistaat Pläne für den Abbruch sämtlicher Eisenbahnüberführungen entlang des Chemnitzer Bahnbogens vorgestellt – darunter auch das Viadukt an der Annaberger Straße, das einem Neubau des Darmstädter Ingenieurbüros Krebs + Kiefer weichen soll.

Zu Jahresbeginn konkretisierten sich die Abrisspläne. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens bei der Landesdirektion Sachsen konnten Behörden, Verbände und Bürger noch bis zum 26. Februar 2016 Widerspruch gegen die Pläne einreichen Unter www.stadtforum-chemnitz.de wurde zum Erhalt des Viadukts aufgerufen, das einst Symbol für das moderne Chemnitz war und etliche Postkarten zierte. Mit dem Offenen Brief haben nun auch die führenden Denkmalschutzverbände ihre Meinung unmissverständlich dargelegt. Sie verweisen auf positive Vorbilder wie die Sanierung der Brücke über den Nord-Ostseekanal. Und erinnern daran, dass die Bahn als bundeseigenes Unternehmen „gegenüber den historischen Bauwerken eine besondere Verantwortung“ trage. (db/kb, 26.2.16)

Die Bahn will das einstige Wahrzeichen des modernen Chemnitz abreißen (Bild: GravitatOff, CC BY SA 2.0)