Bereits im Jahr 1887 erhielt Hamburg seine erste Rohrpoststrecke. Vom Stephansplatz zur Börse konnten so Börsennews schnell hin und her geschickt werden. Über die Jahre etablierte sich diese Strecke zu einem wichtigen Brieftransportmittel, welches stets an seiner Kapazitätsgrenze betrieben wurde. Als in den Wirtschaftswunderjahren der Postversand wieder drastisch anstieg, brauchte man deutschlandweit eine neue Lösung, um Briefe schnell und unabhängig vom Verkehr zu transportieren. Die Fahrrohre der Rohrpost wurden von 6,5 auf 45 cm vergrößert und damit die Großrohrpost geboren. Mithilfe der neuen Büchsen konnten nun bis zu 2000 Briefe auf einmal transportiert werden. Die erste Großrohrpost Deutschlands wurde wieder in Hamburg getestet. Nachdem im Februar 1962 diese Versuchstrecke zwischen Hühnerposten und Alter Wall eingeweiht wurde, konnte man schnell das Potential dieser Anlage erkennen.

Ein zukunftweisendes Projekt, welches aber dennoch einige Jahrzehnte zu spät kam: Trotz erfolgreichen Betriebs gab es bald neue Postvertriebssysteme, und so wurde die Hamburger Großrohrpost 1977, nach nur 15 Jahren Betrieb, stillgelegt. In der Hamburger Altstadt sind jedoch auch fast 50 Jahre später noch Fragmente der unterirdischen Anlage zu finden. Der Verein Hamburger Unterwelten lädt MORGEN, am 19. Juli um 13.00 Uhr zu einer Erkundungstour auf den Spuren des einstigen Versandschnellwegs ein. Startpunkt ist das MediaMarkt Tech Village in der Mönckebergstraße Nähe Hauptbahnhof; die etwa zweistündige Tour endet an der S-Bahn Stadthausbrücke. Die Teilnahme kostet 10 Euro, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Zur Anmeldung geht es hier. (db, 18.7.26)

Hamburg, Rohrpost-Deckel (Bild: Hamburger Unterwelten e.V.)

Hamburg, Rohrpost-Deckel (Bild: Hamburger Unterwelten e.V.)

Anmelden

Registrieren

Passwort zurücksetzen

Bitte gib deinen Benutzernamen oder deine E-Mail-Adresse an. Du erhältst anschließend einen Link zur Erstellung eines neuen Passworts per E-Mail.