357 Meter lang, 17 Felder umfassend, gefertigt aus Hennigsdorfer Spannstahl, in Ortbetonbauweise, ca. 30.000 Fahrzeuge pro Tag tragend und ein Dorn im Auge vieler: die Agra Brücke in Leipzig-Markleeberg. Nach dem Zusammenbruch der Dresdner Carolabrücke im Freistaat wurde auch die Agra-Brücke untersucht und erhält einen eher negativen Bescheid. Bereits im Dezember 2025 wurden zustätzliche Stützen eingezogen und der Rad- und Fußweg unter ihr gesperrt. Demnächst (?) soll sie nun abgerissen werden, worüber sich nicht wenige Menschen freuen würden. Denn die Brücke zerschneidet seit den 1970er Jahren den denkmalgeschützten Park am Agra-Gelände und ist daher von jeher umstritten gewesen.
Allerdings, und das könnte dem Park noch etwas schlechter bekommen, soll sie nicht verschwinden, sondern durch einen Neubau, offenbar allerdings in Form eines baugleichen Nachbaus, ersetzt werden. Mit diesem Vorgehen könnte ein Planfeststellungsverfahren entfallen, sodass die Brücke sehr schnell wieder aufgebaut werden könnte. Seit circa 20 Jahren ist aber auch eine andere Lösung im Gespräch, die jetzt Auftrieb erhalten könnte: ein Tunnel von knapp 100 Kilometern Länge, der den Verkehrslärm aus dem Park herauslösen und das historische Bild der Grünfläche wieder herstellen würde. Diese Option scheint aber aufgrund höherer Kosten derzeit nicht ernsthaft im Gespräch zu sein. Der Nachbau der Brücke dagegen würde das Ergebnis der Verkehrsplanung der 1970er für eine lange Zeit manifestieren (pk, 25.2.26)

Leipzig, Agra-Park, Straßenbrücke B2, 1970–1976 (Bild: CMuelle8, CC0 1.0 Universal, 2016)
