Schwerin-Lankow, umgenutze Schwimmhalle (Bild: kfw.d)

In Schwerin baut man über das Wasser

Da wohnen, wo andere schwimmen gehen! In Schwerin-Lankow ist das Realität geworden. 2015 war das Schicksal des alten Volksbads von 1976 bereits besiegelt. Die Schweriner wollten ihre alte Schwimmhalle allerdings nicht den Abrissbaggern überlassen. Hatten doch dort nicht wenige ihre ersten Schwimmzüge getan. Kurz vor knapp wurde der Architekt Ulrich Bunnemann zu Rate gezogen, ob sich noch etwas machen ließe mit der leerstehenden Halle. Es ging! Für einen symbolischen Euro übernahm Bunnemann das Objekt. Was dabei herauskam, ist ein ungewöhnliches Nachnutzungskonzept: 16 Wohnungen über dem Schwimmbecken. 

In kurzer Frist wurden die Wohnungen mit Seeblick in der alten Struktur fertiggestellt, gleichzeitig wurde die vorhandene Bausubstanz eingebunden. So werden die markanten hyperbolisch-paraboloiden Betonschalen des Architekten Herbert Müller – Spitzname „Schalen-Müller“ – in den Wohnräumen inszeniert. Auch das äußere Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Halle blieb in weiten Teilen erhalten. Das Projekt erhielt dafür jetzt den Sonderpreis beim KfW Award Bauen 2019. (jm, 14.6.19)

Titelmotiv: Schwerin-Lankow, umgenutze Schwimmhalle (Bild: kfw.d)