HfG Ulm (Bild: Hans G. Conrad René Spitz, CC BY SA 3.0)

Jubiläum eines Jubiläumsjahres

Noch ein gutes halbes Jahr, bis es endlich los geht, das bereits vorab so viel besprochene Bauhausjubiläum. In Stuttgart nimmt man die Geburtstagsbegeisterung zum Anlass, das 50. Bauhausjubiläum unter die Lupe zu nehmen, das 1968 begangen wurde. Die Ausstellung „50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968“ im Württembergischen Kunstverein beleuchtet das damals weit weniger auwendig gefeierte Ereignis auch aus der Perspektive der HfG Ulm, die versuchte, ihre eigene Schließung unter Verweis auf das symbolträchtige Jahr abzuwenden.

Die Hochschule für Gestaltung in Ulm war 1953 als inoffizieller Nachfolger des Bauhaus angetreten. Unter dem Lehrpersonal fanden sich viele ehemalige Bauhäusler, auch Direktor Max Bill hatte an der legendären Kunstschule der Weimarer Republik gelernt. 1968 stand jedoch nach finanziellen Schwierigkeiten die Schließung der Hochschule zur Debatte. Die Studenten riefen, ganz dem Zeitgeist entsprechend, zur Demonstration vor dem Württembergischen Kunstverein auf, wo eine Ausstellung das 50. Bauhausjubiläum feierte. Das Motto der Demo: „Worte fürs Bauhaus sind gut, Taten für die hfg sind besser!“. Sogar der aus den USA angereiste Walter Gropius selbst gesellte sich zu den Studenten, um per Megafon Sympathien für ihre Forderungen zu bekunden. Doch selbst diese symbolträchtige Geste konnte die Hochschule nicht mehr retten: Zum Ende des Jahres 1968 war das Ulmer Bauhaus Geschichte. (jr, 21.5.18)

HfG Ulm (Bild: Hans G. Conrad René Spitz, CC BY SA 3.0)