Im August 2025 wäre der Fotograf Joseph Heinrich (Jupp) Darchinger 100 Jahre alt geworden. Er hat wie kein zweiter Bildjournalist die Akteur:innen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Bonner Republik begleitet und als kritischer Chronist das visuelle Gedächtnis einer ganzen Epoche geprägt. Vom Wirtschaftswunder bis zur Wiedervereinigung war er mit seiner Kamera dabei und schuf zugleich prominente Porträtaufnahmen von Persönlichkeiten wie Willy Brandt und Helmut Schmidt. Unter dem Titel „Jupp Darchinger. Das Auge der Republik“ würdigt das LVR-Landesmuseum Bonn vom 12. Juni bis zum 14. September 2025 den Fotografen mit einer Ausstellung, die Schlaglichter auf sein bedeutendes Schaffen wirft.
Neben solchen beinahe ikonisch gewordenen Motiven sind auch bislang eher unbekannte Fotografien zu sehen, die neue Perspektiven auf Jupp Darchingers Schaffen ermöglichen. Zu den Highlights der Schau zählen die sogenannten „Themenbilder“, mit denen der Fotograf zentrale gesellschaftliche Entwicklungen und Umbrüche in der Bonner Republik reflektieren, beispielsweise die Ölkrise, die Friedens- und Emanzipationsbewegung oder die Migrationsdebatte der 1980er-Jahre. Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches Veranstaltungsangebot begleitet. An jedem ersten Freitag im Monat wird es musikalisch: Unter dem Titel „Sound der Republik“ findet eine Open Stage statt. Zwischen 17 und 20 Uhr treten Musiker*innen aus der Region auf. Die Veranstaltung ist kostenfrei. „Das Auge der Republik“ ist in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung entstanden, die den Nachlass von Jupp Darchinger bewahrt und aufarbeitet. (pk, 26.8.25)

Josef Heinrich Darchinger, Jungen an einem Bonbonautomaten, Bonn, 1955 (Foto: J. H. Darchinger/Friedrich-Ebert-Stiftung)
