Das 1962 eingeweihte Gerichtshaus in Lübeck steht seit 2010 als gelungenes Beispiel der Nachkriegsmoderne unter Denkmalschutz. Der Bau nördöstlich der Altstadt ist ein Entwurf der Architekten Hans Atmer (1893-1982) und Jürgen Marlow (1922-2001). Er besteht aus einem Achtgeschossigen Bürohaus und dem dreigeschossigen Gerichtstrakt. Der Justizstandort wird heute durch das Land- und das Amtsgericht Lübeck genutzt. Nach Plänen des Lübecker Büros ppp Architekten + Stadtplaner wurde das Gebäude nun mit großer Sorgfalt grundsaniert. Von ppp stammt auch schon ein Erweiterungsbau auf dem Gelände, der 2009 fertiggestellt wurde.
Die 29,9 Millionen Euro teure Sanierung umfasste den dreigeschossigen Bau mit seinen achtzehn Gerichtssälen sowie das Bürohochhaus, in dem sich insgesamt 310 Arbeitsplätze und neun weitere Säle befinden. Hauptraum des Gerichtshauses ist der Schwurgerichtssaal im ersten Stock des niedrigeren Trakts. Dessen Stirnseite bildet die Adresse der Anlage. Die Gestaltung der Grünanlagen rund um das Gerichtshaus übernahm das Lübecker Büro TGP Landschaftsarchitekten, vor dem Gerichtsgebäude stehen als Leihgabe der Possehl-Stiftung die „Offenen Stelen“ des Bildhauers Jan Jastram (*1958). (db, 30.1.26)
Lübeck, Gerichtshaus (Bild: MrsMyer, CC BY-SA 3.0)

