Kann man das wegwerfen?

Polaroid 900 (Bild: Jean-Jaques MILAN)
Als die Fotografie schnell wurde, produzierte sie auch einen wachsenden Bestand potenzieller Archivalien: die Polaroid 900 (Bild: Jean-Jaques MILAN)

Aus dem 19. Jahrhundert sind Hunderttausende von Fotografien überliefert, aus dem 20. Jahrhundert viele Millionen. Manche dieser Aufnahmen sind einzigartige Kostbarkeiten, andere sind banal. Aber alle gehen kaputt – und zwar immer schneller, von alten Glasplatten bis zu Farbdias, Polaroids und Bilddateien. Was muss gerettet werden? Was darf weg? Und was kostet das? Dieser Frage folgt die Tagung „Kann man das wegwerfen? Fotografie, Gedächtnis, Ökonomie“ in der Universität Luzern (Frohburgstrasse 3, Raum 4 B.55), zu der das Kulturwissenschaftliche Institut/Historische Seminar der Universität Luzern (mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Lucerna und der Forschungskommission der Universität Luzern) vom 24. bis 25. September 2015 einlädt.

Die Tagung bringt Spezialisten für Fotogeschichte ins Gespräch mit Praktikern aus Archiven und Firmen. Die Themen der Vorträge reichen von „Photographie zwischen Wegwerfobjekt und Kulturgut“ über „Kommerz-Geschichte. Die Herstellung, Erzählung und Haltbarkeit von fotografierter Geschichte“ oder „Das fotografische Sofortbild zwischen Unmittelbarkeit und Entzug“ bis hin zu „Die Bibliothek in der Handtasche: Die Geschichte des Mikrofilms (1920–1950)“ oder „Wollen wir das behalten? Fortsetzung folgt“. Ergänzend wird ein Abendvortrag des Schriftstellers Nicholson Baker angeboten. Die Tagung ist öffentlich; für die Teilnahme wird ein Unkostenbeitrag von CHF 20.- erhoben; für Studierende und Dozierende der Universität Luzern ist die Teilnahme kostenlos. Anmeldungen sind bis zum 11. September 2015 möglich über ein Online-Formular möglich. (kb, 3.9.15)