Karlsruhe, Militärkirche (Bild: Harald Kucharek, CC BY SA 2.0, 2011)

Karlsruhe im Rütteltest

In Karlsruhe hat die Fraktion „Die Grünen“ einen weitreichenden Antrag an die Stadt gestellt: Auf der einen Seite stehe der hohe Bedarf an Kultur-, Versammlungs- und Wohnraum. Auf der anderen Seite blieben den Kirchen immer öfter die Mitglieder weg und die Gottesdiensträume leer. Daher müsse die Stadt beide Seiten zusammenbringen: „Vielen Gemeinden fällt es allerdings schwerer, Teile ihrer Liegenschaften abzugegeben“, erklärten die Grünen gegenüber ka-news. Diese Hemmschwelle könne überwunden werden, wenn ein „konkreter gesellschaftlicher Zweck“ für solche Bauten aufgezeigt würde.

Die Stadt Karlsruhe verweist darauf, dass sie bereits regelmäßig Gespräche mit den Kirchenvertretern führe, ob und wenn ja wo Räume abgetreten werden könnten. Es gebe erste Listen möglicher Flächen, doch die beiden großen Konfessionen zögen nur „soziale Zwecke und den sozialen Wohnungsbau“ in Betracht. Da haben also die einen zu viel, die anderen zu wenig Raum – ideale Voraussetzung für den Erhalt moderner Kirchenbauten? Die Militärkirche (1951) etwa, die ab den 1990er Jahren von verschiedenen religösen Gemeinschaften zwischengenutzt worden war, soll neuen Wohnbauten weichen. Und bei der Zusammenlegung von Petrus- und Jakobuskirche (1961 bzw. 1970) ging es nach dem Prinzip: aus zwei mach eins (zwei Abrisse, ein Neubau). Das scheint weder substanz-, noch umweltschonend. (kb, 11.1.19)

Karlsruhe, Militärkirche (Bild: Harald Kucharek, CC BY SA 2.0, 2011)