Kein Kompromiss für Alte Hauptpost?

Leipzig, Hauptpost (Bild: Bundesarchiv Bild-Nr. 183-C0831-0091-004, Foto: Heinz Koch/Wolfgang Kluge, 1964)
Leipzig, Hauptpost (Bild: Bundesarchiv Bild-Nr. 183-C0831-0091-004, Foto: H. Koch/W. Kluge, 1964)

In Leipzig geht der Streit um die Alte Hauptpost in diesen Tagen in eine neue Runde: Den 110 Meter langen, denkmalgeschützten Stahlbetonbau gestaltete Kurt Nowotny (1908-84) von 1961 bis 1964 am zentralen Augustusplatz. Seit 2011 steht der universitätsnahe Komplex mit der markanten blauen Aluminiumvorhangfassade leer und sollte im Sommer 2014 für Bildungs-, Wohn- und ausgewählte Gewerbezwecke umgenutzt werden: als „Campus für Wissenschaftler und Studenten“.

Doch regte sich am 21. Juli 2014 mit einem offenen Brief prominenter Widerstand gegen die mögliche Form der Umgestaltung, die u. a. einen gläsernen Dachaufbau und eine Farbveränderung der Fassade vorsah. Anfang Januar 2015 überraschte der Leipziger Projektentwickler KSW, meldet LVZ-online, mit dem Plan, aus der Alten Hauptpost ein Hotel mit 182 Zimmern zu machen – unter Abbruch eines Teils des Ensembles. Nach Protesten bot der Projektentwickler als Kompromiss an, die Vorhangfassade samt ihrer blauen Farbe zu erhalten und den gläsernen Aufbau in der Höhe zurückzunehmen. Nun griffen die Kritiker dieses aus ihrer Sicht nicht denkmalgerechten Umbaus – darunter prominente Organisationen wie der Internationale Rat für Denkmalpflege und der Bund Heimat und Umwelt – erneut zum Offenen Brief. Eine nächste Runde dürfte folgen. (kb, 14.3.15)