Die Schweriner Stadtverwaltung hat sich dagegen ausgesprochen, das die Lenin-Statue im Stadtteil Neu Zippendorf unter Denkmalschutz gestellt wird. Mit großer Mehrheit hat das Stadtparlament am Montag die wesentlichen Punkte eines Antrags der Grünen beschlossen und sich damit klar gegen eine Eintragung in die Denkmalliste positioniert. Die rund 3,20 Meter hohe Bronzestatue des Künstlers Jaak Soans (*1943) wurde 1985 zu DDR-Zeiten errichtet. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern hatte das Werk 2025 als historisch bedeutsam eingestuft – als letztes im öffentlichen Raum erhaltenes Denkmal seiner Art in Deutschland. Als Eigentümerin der Statue darf die Stadt Schwerin im Rahmen einer Anhörung ihre Haltung gegenüber der zuständigen Landesbehörde darlegen.

Im Stadtrat ging es nun weniger um juristische Fragen des Denkmalrechts, sondern vielmehr um Erinnerungskultur, Opferperspektiven und die Frage, welche Haltung Schwerin zu einem ideologisierten Monument aus der DDR-Zeit zeigen will. Am Ende standen zwei Beschlüsse: Man stellt fest, dass die Lenin-Statue für viele politisch Verfolgte und Opferverbände ein Symbol für Unterdrückung, Gewalt und Entrechtung sei. Außerdem wurde Schwerins OB Bernd Nottebaum (CDU) beauftragt, sich gegenüber der obersten Denkmalschutzbehörde gegen eine Eintragung in die Denkmalliste auszusprechen. Die eigentliche Entscheidung über den Schutzstatus liegt indes nicht bei der Stadt, sondern auf Landesebene. Das Schweriner Votum ist somit eher als politisches Signal zu verstehen. (db, 27.3.26)

Schwerin, Lenin-Statue Hamburger Allee (Bild: Elmar Zenner, CC BY-SA 4.0)

Schwerin, Lenin-Statue Hamburger Allee (Bild: Elmar Zenner, CC BY-SA 4.0)

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