Klaus Bürgles Zukunftswelten

Schöner wohnen: So stellte sich der verstorbene Klaus Bürgle unsere Städte vor (Bild: Retro-Futurismus)
Schöner wohnen: So stellte sich der verstorbene Klaus Bürgle unsere Städte vor (Bild: Retro-Futurismus)

Fragen über Fragen: Wie leben wir im Jahr 2000? Werden wir uns die Natur komplett zu Nutze machen können? Wann wird uns der Weltraum gehören? Zukunftsvisionen waren gerade zur Mitte des fortschrittsbeseelten 20. Jahrhunderts en Vogue. Nachlesen konnte man sie in Büchern wie „Das neue Universum“ – von 1880 bis 2002 jährlich erschienen – sowie in Zeitschriften wie der legendären „Hobby“ (1953-91). Und da das Zeitalter der Computeranimationen noch nicht angebrochen war, blieb zur bildlichen Darstellung nur der Zeichenstift: Seit 1949 zeichnete Klaus Bürgle Impressionen aus schönen neuen Welten, egal, ob diese im All, unter Wasser oder auf Erden lagen. Der Grafiker aus Göppingen fasste Forschung, Hoffnung und eigene Ideen in seine phantastischen Bilder. Am 30. Juni ist der „Weiterdenker“ im Alter von 89 Jahren verstorben.

Klaus Bürgle, Jahrgang 1926,  besuchte von 1948 bis 1951 die Staatliche Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. Ab 1953 arbeitete er als selbstständiger Grafiker und illustrierte neben seiner Tätigkeit für „Hobby“ und „Das neue Universum“ unter anderem Werbeprospekte für die Firma Zeiss. Ab den 1980ern, der Fortschrittsglaube war längst nicht mehr ungebrochen, wandte sich der Mobilitätsfan Bildern von Autos zu. Seine Oldtimer (sic!)-Portraits sind heute begehrte Sammlerstücke. Bereits 2010 widmete die Kunsthalle Göppingen Bürgle die Ausstellung „Zurück in die Zukunft“. (db, 9.7.15)