Klaus Staeck im Interview für die Ausstellung "märklinMODERNE" (Bild: Screenshot aus dem Film zur Ausstellung, Regie: Otto Schweitzer)

Klaus Staeck feiert einen runden Geburtstag

„Heute noch – ich bin sehr viel mit der Bahn unterwegs – gibt es immer mindestens einen der kommt und sagt: ‚Sind Sie nicht der mit der Villa im Tessin?'“ So erzählte Klaus Staeck im Interview für die Ausstellung „märklinMODERNE“ (Vernissage am 18. Mai im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt). International bekannt wurde der 1938 geborene Grafikdesigner, der Ausbildung nach ernsthafter Jurist, als politischer Plakatkünstler. 1972 gestaltete er ein damals aufsehenerregendes Plakat zur Bundestagswahl : „Deutsche Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen“. Die darunter abgebildete Villa erscheint vielen Modellbahnern wohlbekannt, erinnert sie doch an den Faller-Bausatz „Villa im Tessin“.

Dabei zeigt das Motiv eigentlich ein Stuttgarter Wohnhaus (Chen Kuen Lee, 1961), dessen Foto auch noch um ein Stockwerk eingekürzt wurde, um Platz für den Text zu schaffen. Staeck ging es weniger um den Plastikbausatz (das sei ihm erst später aufgegangen), als vielmehr um das italiensehnsüchtige Neureichentum der Nachkriegsjahrzehnte. Bis heute mischt er sich kunstvoll und leidenschaftlich in den politischen Diskurs ein. Der langjährige Präsident der Akademie der Künste und bekennende Bahnfahrer feiert heute seine 80. Geburtstag – wir gratulieren! (kb, 28.2.18)

Klaus Staeck – vor seinem berühmten Plakat, mit dem Faller-Modell „Villa im Tessin“ – im Interview für „märklinMODERNE“ (Screenshot aus dem Film zur Ausstellung, Regie: Otto Schweitzer)