Ratingen-Breitscheid, Minidomm, Modell des Brüsseler Atomiums (Bild: C. Konrad/St. Schneider, Minidommarchiv, 1991)

Kleine Modellstadt Minidomm

Es waren nicht nur Kathedralen und Hängebrücken, die es dem Architekten und Künstler Wilhelm „Willi“ Dommel angetan hatten. 1967 begründete er in Ratingen-Breitscheid den „Minidomm“ – als Freizeitpark für die ganze Familie: Architekturgeschichte bis in die (damalige) Gegenwart in 1:25. Im ehemaligen Sumpfgebiet zeigte man auf 80.000 Quadratmetern zuletzt über 300 Beispiele der „besten deutschen Architektur“: von Schloss Neuschwanstein und dem Ulmer Münster bis hin zum Brüsseler Atomium, dem Berliner Olympiastadion, der Dortmunder Westfalenhalle und dem Flughafen Köln/Bonn. Im Laufe der Zeit kam noch ein überregional bekannter Restaurantbetrieb hinzu, im Park konnte man aus einem Wagen der Wuppertaler Schwebebahn Snacks kaufen.

Es wurde schwieriger, sich gegen die immer spektakulären Vergnügungsparks behaupten. Das Ende kam 1992: Georg, der Sohn Dommels und damals Leiter des Parks versuchte vergeblich, die Gesamtheit der Modelle zu verkaufen. Die Miniaturen kamen in private Hände oder wurden entsorgt. Das Restaurantgebäude stand gleich zweimal in Brand und wurde abgebrochen. Heute befindet sich auf dem Areal ein Gewerbegebiet. Die Ausstellung „Kleine Modellstadt“ zeigt in Stuttgart (Die Raumgalerie, Ludwigstraße 73, 70176 Stuttgart) noch bis zum 9. Juli 2019 Fotografien des Minidomm von Christian Konrad und Stefan Schneider. Hinzu kommen Videoaufnahmen, zur Verfügung gestellt von den Minidomm-Fans. (pl, 30.5.19)

Titelmotiv: Ratingen-Breitscheid, Minidomm, Modell des Brüsseler Atomiums (Bild: C. Konrad/St. Schneider, Minidommarchiv, 1991)