Köln: Fotografie der frühen Moderne

Werner Mantz: Blick aus einem Fenster in der Kasseler Straße zum Innenhof, Blauer Hof, Köln-Buchforst, um 1928 (Bild: Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Dauerleihgabe GAG Immobilien AG, Köln, Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn)
Werner Mantz, Blauer Hof in Köln-Buchforst, um 1928 (Bild: Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Dauerleihgabe GAG Immobilien AG, Köln, Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn)

Zum Spezialgebiet der Lichtbildner Hugo Schmölz (1879 – 1938) und Werner Mantz (1901-83) zählte die Architekturfotografie. Einer ihrer wichtigsten Auftraggeber war die Kölner Gemeinnützige AG für Wohnungsbau, die heutige GAG Immobilien AG. 1913 gegründet, wollte sie der steigenden Nachfrage nach preiswertem und zweckmäßigem Wohnraum in Köln gerecht werden.

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm die GAG ihre Bautätigkeit in Köln wieder auf: Es entstanden u. a. die „Nibelungensiedlung“ und der „Grüne Hof“ in Mauenheim, die „Milchmädchensiedlung“ in Poll, die „Germaniasiedlung“ in Höhenberg, die „Rosenhof-Siedlung“ in Bickendorf, der „Blaue Hof“ in Kalkerfeld (später Buchforst) – und die „Weißen Stadt“ in Kalkerfeld (später Buchforst), ein Vorzeigeprojekt des Neuen Bauens. Schmölz und Mantz haben diese seinerzeit hochmodernen Siedlungen dokumentiert. Aus diesem umfassenden Werk zeigt die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln noch bis zum 24. Januar 2016 ausgewählte Lichtbilder in der Ausstellung „Hugo Schmölz und Werner Mantz – Kölner Wohnbauten der 1920er/1930er-Jahre“. Diese Aufnahmen bilden heute unverzichtbare Zeugnisse der Stadt- und Architekturgeschichte Kölns. Denn durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, spätere Umbauten oder Abriss sind diese Fotografien oft die letzten Belege einer längst vergangenen Wohnkultur. Und ein Genuss fürs Auge sowieso. (kb, 23.10.15)