Für die Erneuerung eines Transformators und des Gleichrichters der Extertalbahn stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 80.000 Euro zur Verfügung. Den symbolischen Fördervertrag hat Frank Budde, Ortskurator Detmold der DSD, bei einem Pressetermin am 10. Juli an Raphael Kahlert vom Historischen Verein zur Erhaltung der Eisenbahnen in Lippe e.V. überreicht. Die Extertalbahn gehört zu den über 880 Projekten, die die private DSD allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte. Zwischen Alverdissen und Barntrup verkehren heute Museumszüge auf einem Teilstück der einstigen Extertalbahnstrecke, die ursprünglich von Barntrup bis Rinteln führte: Zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region plante man um 1920 eine Anbindung an die Eisenbahnlinie Lage-Lemgo-Hameln. Dies wurde umgesetzt, als sich das Elektrizitätswerk „Wesertal GmbH“ aus Hameln als Mitbegründer der neuen Extertal Aktiengesellschaft (EAG) für den Bau der Kleinbahn engagierte. Sie zählt zu den frühesten elektrisch betriebenen Strecken. Die 1929 fertiggestellte NRW-Route führt auf 28 Kilometern von der Landesgrenze bei Bögerhof durchs Extertal nach Barntrup. 2001 wurde der Betrieb eingestellt und der Verein Landeseisenbahn Lippe e.V. übernahm Unterhalt und Nutzung als Museumsbahn auf dem Streckenbereich in Nordrhein-Westfalen.

Die Topographie der Strecke bestimmte die technologische Innovation: Anders als die damals üblichen Dampfloks überwanden die mit 1500 Volt Gleichstrom betriebenen E-Loks die vielen Steigungen mühelos, sodass aufwendige Erdbewegungen beim Bau nicht notwendig waren. Dazu wurde im Bahnstromunterwerk die aus dem Überlandnetz kommende Wechselspannung durch einen Transformator auf 1700 Volt in sechs Phasen transformiert. Diese Wechselspannung wird auf die historischen Quecksilberdampfgleichrichter gegeben. Durch elektrische Prozesse wie das Zünden und Erlöschen des Quecksilberdampfes wird der Wechselstrom gleichgerichtet und auf die Fahrleitung gegeben. Diese Gleichrichtertechnik war vor 100 Jahren hochmodern, wurde aber schon in der Nachkriegszeit nicht mehr neu verbaut, stattdessen kam Halbleitertechnik zum Einsatz. Die Transformatorentechnik in Bösingfeld zählt zu den wenigen erhaltenen Gleichrichter-Exemplaren (die nun teilweise ersetzt werden müssen). Weitere Bauzeitliche Details sind erhalten, auch die eingesetzte E-Lok 22 zählt zu den ältesten Elektrolokomotiven Deutschlands, hinzu kommen zwei Gütertriebwagen Baujahr 1927. (db, 12.7.25)

Extertal-Bösingfeld, Gleichrichter Extertalbahn (Bild: Raphael Kahlert/DSD)

Extertal-Bösingfeld, Gleichrichter Extertalbahn (Bild: Raphael Kahlert/DSD)

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