München-Riem, Kopfbau der Zuschauertribüne des Flughafens (Bild: Renardo la vulpo, CC BY SA 4.0, 2017)

München-Riem: Was nutzt der Kopfbau noch?

In München rottet seit Jahren steinern und schwer, neben den glitzernden Neubauten des Messeareals, ein Zeitzeuge vor sich hin. Als Teil des Flughafens Riem wurde der sogenannte Kopfbau 1937 bis 1939 nach Plänen von Ernst Sagebiel errichtet. Als Besuchertribüne für Flugschauen gedacht, übernahm der Architekt der „Luftwaffenmoderne“ hier ein Konzept, das er auch in Berlin-Tempelhof plante. 1983 konnte man von der Tribüne in Riem zum letzten Mal die Concorde beobachten, dann schloss sich die Unterschutzstellung an. München bekam einen neuen Airport und zur Bundesgartenschau 2005 wurden am Kopfbau noch einmal Gäste empfangen – zum Kaffee. Danach passierte bis heute nicht mehr viel.

Inzwischen gilt der Bau als Problemfall – fast 15 Jahren wurde verzweifelt nach einem Investor gesucht. Es fehlen Heizung und Fußboden, zudem verseuchen Schimmelsporen die Kassenhalle. Vor einer Nachnutzung steht daher eine Grundsanierung an. Alexander Reissl, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rathaus verlor indes die Geduld: Geht es nach ihm, könnte die denkmalgeschützte Tribüne bald selbst Geschichte sein. Auch andere Politiker zweifeln an der Zukunft des Kopfbaus. Dem hält die Kommunalreferentin Kristina Frank, trotz aller Schwierigkeiten, ein Zwischennutzungskonzept für den anstehenden Sommer entgegen. (jm, 31.5.19)

München-Riem, Kopfbau der Zuschauertribüne des Flughafens (Bild: Renardo la vulpo, CC BY SA 4.0, 2017)