Krayl: Buntes Magdeburg, Bild: Julius Reinsberg

Selfie mit Carl Krayl

Das Bunte Magdeburg gilt als Pilotprojekt des Neuen Bauens und der avantgardistischen Fassadengestaltung der 1920er Jahre. Statt auf Putten und Blendsäulen setzten die Magdeburger Architekten auf ein Farbkonzept, das manchen Straßenzug zum grellbunten Gesamtkunstwerk machte. Heute verbindet man diese Zeit der Magdeburger Avantgarde hauptsächlich mit Bruno Taut, der hier 1921-24 Stadtbaurat war. Das Kulturhistorische Museum bereitet nun eine Ausstellung vor, die erstmals das Gesamtwerk von Tauts bedeutendem Kollegen Carl Krayl beleuchten soll.

Krayl war ein entscheidender Protagonist des Bunten Magdeburg: Als Mitarbeiter Tauts leitete er das Programm zur farbigen Gestaltung der Stadt. Als freier Architekt schuf er darüber hinaus eine Reihe bedeutender Bauten der Magdeburger Moderne, darunter das Oli-Kino und Teile der Siedlung Cracau. Die Ausstellung „Bunte Stadt – Neues Bauen. Die Baukunst von Carl Krayl“ wird vom 28. Oktober 2016 bis zum 12. Februar 2017 zu sehen sein. Derzeit sucht das Museum noch private Quellen zur Erweiterung der Sammlung. Wer die Retrospektive also mit Zeitzeugenberichten, Dokumenten oder gar einem frühen Selfie von Opa und dem Architekten bereichern möchte, kann sich an den Kurator Michael Stöneberg wenden. (jr, 21.3.16)

In der Otto-Richter-Straße lebt das Bunte Magdeburg (Bild: Julius Reinsberg)