Berlin, ICC (KE4, CC BY NC SA 2.0, 2012, via flickr.com)

Festival im ICC

Vor rund sieben Jahren hatte man das Internationale Congress Centrum (ICC) Berlin, 1975 bis 1979 gestaltet vom Architekt:innenpaar Ursulina Schüler-Witte und Ralf Schüler, geschlossen und zwischendurch nur noch kurz als Flüchtlingsunterkunft hochgefahren. Sogar über einen Abriss des Wahrzeichens wurde laut nachgedacht, denn allein die kontrollierte Stilllegung der 28.000 Quadratmeter großen Nutzfläche kostet jedes Jahr hohe Beträge. Mit der Zeit hatte sich die Inkunabel, die gerne mit einem gelandeten Raumschiff verglichen wird, zu einer beliebten Kulisse für Musikvideos und Hipsterfotograf:innen entwickelt. Vor zwei Jahren wurde das monumentale Tagungszentrum schließlich unter Denkmalschutz gestellt – und damit die wiederholte und öffentliche Forderung namhafter Expert:innen eingelöst, die auf den besonderen baukünstlerischen und historischen Wert der Stadtmarke hingewiesen hatten.

Was jetzt zum Modernist:innen-Glück noch fehlt, ist die passende Nutzung, um für das Großraumwunder eine dauerhafte Erhaltung sicherzustellen. Nun soll es die Kunst richten, zumindest für zehn Tage im Herbst 2021. Die Berliner Festspiele wollen ihren 70. Geburtstag vom 7. bis 17. Oktober 2021 im ICC feiern. Platz genug ist ja, in Corona-Zeiten ein kaum zu unterschätzender Vorteil. Und für viele dürfte sich damit nach Jahren, vielleicht sogar überhaupt zum ersten Mal die Chance für einen Blick in die beeindruckenden Innenräume des Tagungszentrums bieten. Das Vorhaben unter dem Titel „The Sun Machine Is Coming Down“ (nach einer Liedzeile des großen David Bowie) soll „Musik, Film, Artistik und Performance“ in futuristischem Ambiente zur Geltung und etwas lichte Weite in die pandemiegeplagte Großstadt bringen. Geht doch: win, win, win. (kb, 12.8.21)

Berlin, ICC (KE4, CC BY NC SA 2.0, 2012, via flickr.com)