Kunst und Abriss im Kloster

Eine Kunstausstellung ist die letzte Veranstaltung im Franziskanerkloster Düsseldorf, das 2016 abgerissen wird (Bild: Wiegels, CC BY-SA)
Eine Kunstausstellung ist die letzte Veranstaltung im Franziskanerkloster Düsseldorf, das 2016 abgerissen wird (Bild: Wiegels, CC BY-SA)

Die Würfel sind längst gefallen: Das Franziskanerkloster in Düsseldorf samt der Kirche St. Antonius (1955) ist verkauft und bereits seit Dezember 2014 entweiht. Im Frühjahr 2016 soll der Komplex zugunsten eines Hochhauses abgerissen werden. Architekt der Nachkriegsgebäude war der gebürtige Bonner Heinz Thoma, der für diverse Kirchen in Rheinland und Ruhrgebiet verantwortlich zeichnete. Der Abschied der Franziskaner von ihrem einstigen Domizil wird nun ein besonderer: Bis zum 10. September 2015 findet dort eine Kunstausstellung statt – sie bietet die wohl letzte Möglichkeit, die profanierten Räume noch einmal zu betreten.

In Kreuzgang, Refektorium und Kirchenschiff werden Arbeiten 15 ausgewählter Düsseldorfer Künstler gezeigt. Die Arbeiten sollen die Einmaligkeit des Ortes und des Abschieds vergegenwärtigen. Arrangiert wie ein Erlebnisparcours, haben die Kunstwerke die Plätze der bereits demontierten liturgischen Ausstattung übernommen; der Weg durch Kirche, Kreuzgang und Refektorium soll nicht durch leere Räume führen, so der Wille der Ausstellungsmacher. Die Düsseldorfer Franziskaner, die seit 1853 diesen Standort betrieben, haben übrigens ein neues Domizil in der nur wenige hundert Meter entfernten Marienkirche gefunden. (db, 20.8.15)