Weder baulich (schönster Brutalismus) noch farblich (blau-orange) ist das Kurbad Königstein zu übersehen, und daher zu Recht denkmalgeschützt. Als das Stuttgarter Büro Geier + Geier 1970 den Wettbewerb für das Repräsentationsprojekt im Taunus für sich entscheiden konnte, sollten sie mit ihrem Entwurf die Quadratur des Kreises einlösen: die Tradition wie die Modernität einer Kurstadt verkörpern, der Gesundheit wie der Freude dienen, die Einheimischen wie die Kurgäste ansprechen. Für die künstlerische Ausgestaltung des Kurbads wiederum war der Stuttgarter Maler und Bildhauer Otto Herbert Hajek (1927-2005) entscheidend beteiligt. Ob seine Blau-Orange-Kombination wirklich die traditionellen nassauischen Farben meinte – der Künstler führe fand sich lieber in der Erklärung wieder, das Waldgrün und Himmelsblau der malerischen Umgebung mit künstlerischen Mitteln fortzuführen.
In den 1980er und frühen 1990er Jahren wurde die Anlage nochmals, im Stil des Originals, ergänzt, ansonsten aber überraschend unversehrt durch die Zeit gebracht. Das könnte sich jetzt ändern, zumindest wird vor Ort viel über die anstehende Sanierung und vor allem über deren Finanzierung diskutiert. Statt die Kosten aus eigenen Mittel zu stemmen, will die Stadtverordnetenversammlung nun mit einer Konzeptausschreibung den Gordischen Knoten durchschlagen. Nicht nur für die Sanierung wird so nach einem Investor gesucht, mittelfristig will die Stadt auch den laufenden Betrieb an einen Externen abgeben. Diskutiert wurden die Varianten Erbpacht oder Verkauf – und in jedem Fall müsse man die Besucher:innenzahlen künftig steigern. Nur wie genau das alles funktionieren solle, dies blieben die Stadtverordneten schuldig. Noch im Dezember soll die Suche nach maximal zehn Bewerber:innen starten, die auch Neubauten einschließen soll. (kb, 4.12.25)

Königstein im Taunus, Kurbad (Bild: Karin Berkemann)
