Gartenhütte und Jägerzaun erleben eine (zeitgemäße) Renaissance: Wer in der Stadt lebt und sich nach Natur sehnt, hat vielleicht schon einmal mit dem Gedanken gespielt, einen Kleingarten zu pachten. Die Sehnsucht nach einem Stück Land, das gestaltet werden will, ist nicht zuletzt seit der Corona-Pandemie weit verbreitet – quasi zurückgekehrt aus dem Ruch der Spießigkeit in die Vorstellungswelt einer jüngeren urbanen Generation. Der „Kleingarten Eden“ (hinreißendes Wortspiel, Chapeau!) ist Thema der gleichnamigen Ausstellung im Leipziger Stadtbüro (Burgplatz 1, 04109 Leipzig), die nun bis zum 21. November zu sehen ist. Ursperünglich erstellt wurde sie im Zentrum für Baukuktur Dresden.

Im Mittelpunkt stehen die Rolle von Kleingärten sowie deren Ursprünge in Sachsen. Dabei findet eine Verortung im Spannungsverhältnis von öffentlich, privat, Besitz und Eigentum statt. Es sei der Versuch, Rückschlüsse auf den Mikrokosmos „Kleingartenanlage” als Spiegel der Gesellschaft zu ziehen, so Kurator Liam C. Floyd. Der Kleingarten als Ort der Baukultur und als grüne Lunge der Stadt? Die Ausstellung zeigt verschiedene Perspektiven auf die Bedeutung von Kleingärten in Stadt und Gesellschaft. Künstlerische, wissenschaftliche, baukulturelle und historische Beiträge werfen einen Blick durch die Hecke auf die unterschätzte Rolle von Kleingartenanlagen und ihren Ursprüngen in Sachsen. Schon der Titel Kleingarten Eden suggeriert eine Art Utopie: Die Vorstellung des eigenen Stückchen Lands, welches nach eigenen Wünschen bewirtschaftet und gestaltet werden kann, dessen Ertrag man erntet, verspricht Erfüllung. Die Schau des ZfBK Sachsen entstand mit Unterstützung des Fördervereins, Zeitgenossen e.V., des BDA Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden. (db, 7.11.25)

Leipzig, Deutsches Kleingärtnermuseum (Bild: Andreas Wolf 01, CC BY-SA 4.0)

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