Futuro-Haus in Finnland (Bild: J-P Kärnä, CC BY SA 3.0, 2013)

Leben in UFOs

Geht man mit offenen Augen im Berliner Treptower Park oder entlang des Rummelsburger Sees spazieren, so hat man vielleicht schon einen Blick darauf erhascht: ein UFO hat an der Bucht geparkt. Genau genommen handelt es sich um das Futuro 13, ein aus Kunststoff fabriziertes Fertighaus des finnischen Architekten Matti Suuronen. Die in den 60er und 70er Jahren produzierten Rundhäuser können durch ihr geringes Gewicht per Hubschrauber transportiert werden, die auf vier Pfeilern gestützte Form passt sich an nahezu jegliche Topografie an. Nach kurzer Beliebtheit geriet der Traum vom Plastikeigenheim jedoch wieder in Vergessenheit. Heute, rund 50 Jahre später, entdeckt eine neue Generation die UFOs für sich. Die schätzungsweise 60 Exemplare, die heute noch existieren, sind auf der ganzen Welt verteilt.  

In ihrer neusten Veröffentlichung “Buch Zwei – Leben in Kunststoffbauten” beschäftigen sich die Architektin Pamela Voigt und die Ingenieurin Elke Genzel mit Kunststoffhäusern wie dem Futuro. Seit 2008 forschen sie in der Arbeitsgemeinschaft BAKU am Thema Bauen mit Kunststoffen. Für die Publikation besuchten die Autorinnen sowohl alte Pionier:innen als auch neue Bewohner:innen der Kunststoffhäuser. Dabei stellten sie sich die Frage, welche Sehnsüchte und Hoffnungen die Menschen antreibt, die ein solches Experiment wagen, und welche Ziele sie verfolgen. Das Buch kann bei sphere publishers vorbestellt werden. (re, 17.8.21)

Genzel, Elke/Voigt, Pamela, Buch Zwei – Leben in Kunststoffbauten, sphere publishers, Leipzig 2021, 176 Seiten, 138 S/W- und Farbabbildungen, Deutsch / Englisch, 24 × 23 cm, Hardcover, 1. Auflage von 500 Exemplaren, ISBN 978-3-9821327-7-8.

Futuro-Haus in Finnland (Bild: J-P Kärnä, CC BY SA 3.0, 2013)