Das Licht in der Nacht gehört zur Urbanität, gehört zur modernen Stadt. Trotz allen berechtigten ökologischen Einwänden, für die ja schon Lösungen gefunden werden. Ohne die Straßenlaternen wäre das städtischen Leben zu Einbruch der Dunkelheit in Stille gehüllt und vieles hätte sich nicht entwickelt, wie es ist. Daher lohnt es, das Stadtlicht zu feiern. Am 19. September 1826 wurde um 19 Uhr damaliger Berliner Ortszeit offiziell die erste gasbetriebene Straßenlaterne der Stadt angezündet. Es handelte sich um eine Camberwell-Leuchte, die damals aus England, dem Mutterland der industriellen Revolution, in großen Stückzahlen nach Berlin geliefert wurden und das Leben nachhaltig veränderten.
Der Berliner Verein Gaslichtkultur lädt aus diesem Anlass zu einer Jubiläumsfeier am 19. September 2026 um 19:30 Uhr ein. Am originalen Schauplatz, vor der Alten Kommandantur, Unter den Linden 1, zündet der Verein erneut eine solche Camberwell-Leuchte und bietet im Anschluss einen Spaziergang durch die wechselvolle Geschichte der Gasbeleuchtung in Berlin, der die kulturhistorische Bedeutung dieses Beleuchtungssystems verdeutlicht und zu einer einstündigen Bustour zu den Gaslaternen in Kreuzberg an. Neben den Feierlichkeiten ergeht auch eine Bitte an den Berliner Senat, von dem gefordert wird, den derzeit stattfindenden Abriss des Kulturguts Gaslaterne zu stoppen. Um Anmeldung wird gebeten unter berlin@gaslicht-kultur.de. (pk, 15.9.26)

Gaslaterne, vierflammige Reihenleuchte (Bild: Harald Malte Schwarz, CC0 1.0, 2018)

