Hannover, Expo-Pavillon Litauen (Bild: Axel Hindemith, CC BY-SA 3.0)

Litauen ist verkauft

Vom Gelände der Expo 2000 in Hannover geht teils noch immer ein wilder Reiz aus – denn man ist Zeuge des Verfalls vieler Länderpavillons der Weltausstellung. Sprayer, Vandalen, Einbrecher und Abenteurer hinterließen zerstörerische Spuren auf den leerstehenden Bauten, während andere neu genutzt oder längst abgerissen sind. Zu den verrottenden Problemfällen zählte lange auch der „Staubsauger“ – der gelbe Pavillon Litauens. Einige illegale Partys haben hier stattgefunden, die heißeste im April 2019, als eine Zwischendecke im Innenraum in Flammen aufging. Zuletzt wollte der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (AHA) das Gebäude kaufen und auf den nahegelegenen Laher Müllberg versetzen – als Wahrzeichen für das Großprojekt „Ohne Kultur ist alles Müll“ (kein Witz!).

Daraus wird nun nichts: Das Immobilienunternehmen Beste Bau Bauregie aus Sehnde hat den ehemaligen Expo-Bau gekauft. Der neue Eigner möchte hier seine Unternehmenszentrale einrichten. Entdeckt hatte den Pavillon der Geschäftsführer Jan-Niclas Berkefeld auf einem Online-Immobilienportal – der Litauische Unterhändler hatte wohl mit mehreren Interessenten zeitgleich verhandelt. Es wird also vorerst nichts mit der Kultur auf dem Müllberg. Der Staubsauger bleibt vor Ort und soll 2021 in neuem gelben Glanz erstrahlen. Für ihn sei der Pavillon ein Denkmal, das es zu erhalten gelte, sagt Mitgeschäftsführer Dirk Berkefeld, seinerzeit selbst Expo-Besucher. (db, 19.2.19)

Hannover, Expo-Pavillon Litauen (Bild: Axel Hindemith, CC BY-SA 3.0)