Berlin, Umlauftank (Bild: Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg, Philipp Lohöfener, Berlin)

Ludwig Leos Umlauftank

„UT 2“ – hinter diesem profanen Namen verbirgt sich ein wundervoller Experimentalbau in Blau und Rosa. An der Berliner Straße des 17. Juni in Berlin führte man schiffstechnische Modellversuche durch. Bis 1974 wurde der Umlauftank entwickelt vom Ingenieur Christian Boës mit dem Architekten Ludwig Leo. Im Herbst 2017 schloss die Wüstenrot Stiftung die denkmalgerechte Instandsetzung des Gebäudes ab, die von den Büros HG Merz und adb Ewerien und Obermann durchgeführt wurde.

Nun stellt die Ausstellung „Architektur als Experiment“ Planung und Instandsetzung des Umlauftanks neu vor: mit weitgehend unbekannten, historischen Fotografien und Plänen sowie neu produzierten Filmen. Im Hintergrund steht die These: Ein solch experimenteller Bau konnte nur im West-Berlin des Kalten Krieges entstehen, als die Insellage und westdeutsche Subventionen eine radikale Architektur ermöglichte. Teil der Ausstellung ist der 45-minütige Animationsfilm „Ludwig Leo Werkfilm“, der sieben Projekte Leos aus den Jahren 1956 bis 1973 vorstellt. Zu sehen ist die Ausstellung in Berlin (BHR OX bauhaus reuse, temporärer Pavillon auf der Mittelinsel des Ernst-Reuter-Platzes, 10587 Berlin) vom 26. März bis zum 26. April 2020, in Leipzig vom 5. Mai bis zum 25. Juni 2020. Parallel zur Ausstellung erscheint bei Spector Books die Publikation „Ludwig Leo. Umlauftank 2“ der Wüstenrot Stiftung. (kb, 14.3.20)

Berlin, Umlauftank (Bild: Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg, Philipp Lohöfener, Berlin)