Nach 55 Jahren sieht es schlecht aus für die Zukunft der Kreuzkirche im Lübecker Stadtteil St. Jürgen. 1971 nach den Entwürfen der Hamburger Architekten Friedhelm Grundmann, Otto Rehder und Friedhelm Zeuner fertiggestellt, erhebt sich der betonplastische Bau leicht vorgerückt auf einem Eckgrundstück in einer kleinteiligen Wohngegend. Dem skulpturalen Baukörper entsprechen plastische Akzente wie die Prinzipalien des Bildhauers H. W. Peters oder das 1982 vom Bildhauer Hans Kock ergänzte Turmkreuz. Nach außen wurden die betonsichtigen Flächen überfasst, aber im Inneren erschließt sich der Kirchenraum als Herzstück eines multifunktionalen Gemeindezentrums noch weitgehend in seiner bauzeitlichen Qualität.

Doch schon 2022 war von Schließung und Verkauf die Rede, im Februar 2023 stand die Kirche dann zum Verkauf. Nun bekräftigt die Kirchengemeinde, die Kirche samt der Nebenbauten an den örtlichen Bauverein verkaufen zu wollen. Initiativen wie das Architekturforum Lübeck werben schon seit Jahren dafür, trotzdem den öffentlichen und gemeinwohlorientierten Charakter des Kirchenbaus zu bewahren: Aus dem multifunktionalen Gottesdienstraum könnte so ein Begegnungs- und Kulturraum für das Quartier werden. Dafür stehen aktuell die Karten jedoch schlecht. Nach einem Abriss sollen hier neue Wohnungen entstehen. (kb 29.6.26)

Lübeck, Kreuzkirche (Bild: Gregor Zoyzoyla, 2022)
Lübeck, Kreuzkirche (Bild: Gregor Zoyzoyla, 2022)

Lübeck, Kreuzkirche (Bilder: Gregor Zoyzoyla, 2022)

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