Kelheim, Lukaskirche (Bild: Orgelputzer, CC BY SA 4.0)

Lukaskirche soll verkauft werden

Olaf A. Gulbransson galt um 1960 als Hoffnungsträger des evangelischen Kirchenbaus, obwohl nur wenige der Entwürfe des Architekten bereits umgesetzt waren. Sein wahres Können entfaltete sich vielfach erst postum, als zahlreiche Kirchen nach dem Unfalltod von Gulbransson im Jahr 1961 fertiggestellt wurden. Zu diesen Werken zählt auch der Rundbau der Lukaskirche im bayerischen Kelheim mit Altarfenstern des Glasmalers Hubert Distler.

Seit dem 2. Oktober 2016 ist die Lukaskirche nicht mehr in gottesdienstlicher Nutzung, sie wurde entwidmet. Zum Hintergrund erklärte die Gemeinde, vier Kirchen seien für 3.000 Protestanten nicht haltbar. Da man „von der Landeskirche die Aufgabe habe, dass sich die Kirchengemeinde von dem Gebäude trennen muss“, so zitiert die „Mittelbayerische“ Barbara Stein, Vertrauensfrau und Mitglied im Kirchenvorstand. Auch Umnutzungskonzepte wie eine Urnenkirche oder eine Tagungsstätte ließen sich nicht konkretisieren. Von Bauschäden ist nicht die Rede, vielmehr will man auf Basis eines Wertgutachtens um Investoren werben. Ein neuer Bebauungsplan soll auf dem die Kirche umgebenden Grundstück Wohnbauten ermöglichen. Engagierte Kelheimer setzen sich nun als „Freunde der Lukaskirche“ für den Erhalt ein. Denkmalschutz besteht aktuell nicht, aber Urheberrecht, das die Witwe Gulbransson Max Saxinger anvertraut hat. (kb, 20.11.16)

Kelheim, Lukaskirche (Bild: Orgelputzer, CC BY SA 4.0)