Die Bilder des Züricher Studios Wolgensingers sind leise. Da schweben Arbeiter an einem Stahlbalken mühelos durch die Luft, da hängen Vergrößerungen im Hinterhof zum Trocknen, da lehnt ein Mann lässig im hohen hinterstrahlten Fensterkreuz. Dass sich all das in Schwarz-Weiß abspielt, ist nicht nur der Zeit geschuldet, denn die aktive Zeit des familiengeführten Ateliers reichte von den 1930er bis zu den 1980er Jahren. Die zarten Schattierungen stehen auch für den sachlichen, auf den zweiten Blick oft poetischen Stil von Luzzi und Michael Wolgensinger.

Im Museum für Gestaltung Zürich wird aktuell zum ersten Mal das Gesamtwerk der Wolgensingers präsentiert. Die Spanne reicht von Reportageaufträgen über Architekturfotografie bis zu Experimentalfilmen. Oft steht das alltägliche Züricher Leben im Mittelpunkt, aber auch Reisebilder sind Teil des Portfolios. In jedem Fall lösen die Motive heute, gerade in ihrer Zurückhaltung, sofortiges Kopfkino aus. Im Museum für Gestaltung Zürich ist die Ausstellung „Fotoatelier Wolgensinger – Mit vier Augen“ noch bis zum 7. September 2025 zu sehen. (kb, 23.8.25)

Luzzi und Michael Wolgensinger, Im Hinterhof am Zeltweg 23 wurden Vergrößerungen zum Trocknen aufgehängt, 1942/43, Stadtarchiv Zürich (Bild: © Balz Strasser, Evilard)

Luzzi und Michael Wolgensinger, Im Hinterhof am Zeltweg 23 wurden Vergrößerungen zum Trocknen aufgehängt, 1942/43, Stadtarchiv Zürich (Bild: © Balz Strasser, Evilard)

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