Martin Maleschka mit Baukeramik von Horst Ring (Bild: Robert Büschel, 2019)

Maleschka puzzelt

Martin Maleschka ist große Kunst gewohnt, in Qualität wie in Quadratmetern: Seit einigen Jahren hat sich der Architekt und Fotograf auf baubezogene Kunst der DDR-Zeit spezialisiert. Dieser Leidenschaft kann er aktuell in Cottbus nachkommen, wo er eine als verschollen geltende Wandkeramik ausfindig machen konnte. Horst Ring, der im September seinen 80. Geburtstag feiern darf, gestaltete das Kunstwerk 1985 für die Aula der damaligen 34. Polytechnischen Oberschule in Cottbus-Neu-Schmellwitz.

Der Grafiker, der seit 1968 in Cottbus lebt und arbeitet, prägte die Stadt mit zahlreichen Kunstwerken im öffentlichen Raum. Für diese Wandkeramik, die 2011 von einer Fliesenlegerfirma demontiert und eingelagert wurde, nahm er sich die sorbische Kultur zum Thema: historische Häuschen neben standardisierten Neubauten und einem Kirchturm, der höchst symbolträchtig „5 vor 12“ zeigt. Ein Teil dieses zerlegten Werks wird an diesem Donnerstag, am 28. Februar ab 18 Uhr im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (Dieselkraftwerk CB, Uferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus, Eintritt: 4 Euro) wieder zu sehen sein: anlässlich der Buchpräsentation von „DDR. Baubezogene Kunst. Kunst im öffentlichen Raum 1950 bis 1990“. Mit dieser bei DOM publishers erschienen Publikation liefert Maleschka zugleich einen Architekturführer der besonderen Art. (kb, 26.2.19)

Martin Maleschka mit Baukeramik von Horst Ring, Meißner Baukeramik, Glasurmalerei mit keramischen Farben, Keramische Werke VEB Plattenwerk „Max Dietel“, Meißen, 1.035 x 210 cm (Bilder: Robert Büschel, 2019)