Man kann sich alles schönschreiben

Maurice Koechlin und Émile Nouguier, Plan des Pariser Eiffelturms im Vergleich mit anderen Monumenten, 1884 (Bild: gemeinfrei)
Einst heiß umstritten, heute heiß geliebt: der Pariser Eiffeltrurm (Bild: Maurice Koechlin/Émile Nouguier, Plan des Eiffelturms im Vergleich mit anderen Monumenten, 1884)

Eigentlich fängt die forsa-Umfrage der Zeit-Stiftung zum „Stellenwert alter Bausubstanz“ ja gut an: Bundesweit denken 67% der Befragten, dass ältere Gebäude (sehr) wichtig für die Lebenszufriedenheit sind. 75% der Bundesdeutschen haben in den vergangenen 12 Monaten ein kulturell bedeutsames Bauwerk besucht (zumindest machen sie diese Angabe). Und selbst mit „Denkmalschutz“ wird vorwiegend Positives verbunden: vom Erhalt und Schutz alter Gebäude bis hin zur Schönheit. Erst am Ende fallen jeweils 5% beengende Regeln und finanzielle Probleme ein.

Schwierig wird es jedoch für die jüngeren Denkmale oder solche, die es noch werden könnten. „Von den gegenwärtig in Deutschland in moderner Architektur gebauten Bauwerke sind von so hoher architektonischer Qualität oder Bedeutung, dass sie in 50 oder 100 Jahren auch noch geschätzt werden:“ – darauf antworten bundesweit nur 16% mit einem beherzten „viele“. Jetzt kann man sich als Modernefetischist mit einem flotten „Wie soll man denn bei so einer Frage was Nettes sagen“ retten. Oder man hält es mit dem Faz-Feuilleton, wo es Niklas Maak so schön schreibt: „Der Schock von heute ist die Identität von morgen – wenn er nicht vorher abgerissen wird.“ (kb, 26.11.15)